• Sicherheit im Netz für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, in der Online Sein zum Alltag gehört. Richtig genutzt bieten digitale Angebote viele Vorteile: Sie unterstützen beim Lernen, ermöglichen Austausch, helfen dabei, Interessen zu entdecken, und fördern wichtige digitale Kompetenzen.

Gleichzeitig sind Kinder und Jugendliche online auch Risiken ausgesetzt, die sich stetig weiterentwickeln.
Der wirksamste Schutz erfordert kein technisches Spezialwissen. Entscheidend sind Aufmerksamkeit, einige klare Regeln und alltägliche Gewohnheiten, die Kinder dazu ermutigen, innezuhalten, zu prüfen und Unterstützung einzuholen, bevor sie klicken, Informationen teilen oder Geld überweisen.

Mission Security

Wo fängt man an? Praktische Sicherheitsgrundlagen für Familien

Am Anfang kann das Thema Onlinesicherheit sehr erschlagend wirken. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Aber bereits wenige grundlegende Schutzmaßnahmen – kombiniert mit einem Verständnis dafür, warum sie wichtig sind – können nachhaltig wirken, und Ihre Kinder besser schützen, auch wenn Sie nicht in der Nähe sind. Die nachfolgenden Punkte bieten eine gute Basis für einen sichereren Umgang mit der digitalen Welt.

Familienregeln etablieren und Selbstvertrauen stärken

Zeige Inhalt von Grenzen setzen und Vertrauen stärken

  • Vereinbaren Sie klare, altersgerechte Familienregeln: was geteilt werden darf, welche Apps genutzt werden können und wann Bildschirmzeiten gelten. Machen Sie es zur Selbstverständlichkeit für Ihre Kinder, eine zweite Meinung einzuholen – insbesondere dann, wenn etwas dringend oder emotionserregend wirkt.
  • Erklären Sie die Hintergründe dieser Regeln. Kriminelle setzen häufig auf Zeitdruck und Dringlichkeit, um kritisches Nachdenken oder Nachfragen zu verhindern. Kinder sollten wissen: Nachzufragen ist immer richtig – und führt niemals zu Ärger.

Zeige Inhalt von Gemeinsam starten, bevor es allein weitergeht

  • Wenn Ihr Kind eine neue App, ein Spiel oder einen Online Dienst nutzt, gehen Sie die ersten Schritte gemeinsam. So lernen Kinder, wie seriöse Angebote aussehen und wo typische Risiken auftreten können.
  • Warum das wichtig ist: Viele Betrugsversuche zielen darauf ab, Menschen zu schnellen Entscheidungen zu drängen. Gemeinsame erste Erfahrungen fördern Sicherheit und besseres Urteilsvermögen im digitalen Raum.

Zeige Inhalt von Informiert bleiben

  • Online Risiken verändern sich laufend – etwa durch neue Betrugsmaschen, gefälschte Inhalte oder KI generierte Nachrichten. Wer informiert bleibt, erkennt neue Gefahren frühzeitig.
  • Der Deutsche Bank Security Hub bietet aktuelle Informationen und vertiefende Hinweise zu relevanten Themen.

Geräte und Konten absichern

Zeige Inhalt von Kinderschutz Einstellungen transparent nutzen

  • Nutzen Sie Geräte und App Einstellungen, um Downloads, Bildschirmzeiten, Altersfreigaben und In App Käufe zu steuern. Besprechen Sie diese Einstellungen gemeinsam und erklären Sie ihren Zweck.
  • Warum das wichtig ist: Voreinstellungen reduzieren Risiken. Sie dienen der Sicherheit – nicht der unnötigen Kontrolle.

Zeige Inhalt von Öffentliche WLAN Netze bewusst nutzen

  • Öffentliches WLAN sollte nur bei Bedarf genutzt werden und nicht für sensible Aktivitäten verwendet werden.
  • Warum das wichtig ist: Öffentliche Netzwerke können unsicher sein. Datenverkehr kann mitgelesen oder auf gefälschte, aber seriös wirkende Webseiten umgeleitet werden.

Zeige Inhalt von Apps sicher herunterladen

  • Vereinbaren Sie, dass Apps ausschließlich aus offiziellen App Stores heruntergeladen werden – nicht über Links in Nachrichten, Pop ups oder Websites mit vermeintlich „kostenlosen Extras“.
  • Warum das wichtig ist: Gefälschte Downloads sind ein häufiger Weg, Schadsoftware zu verbreiten oder Zugangsdaten abzugreifen – besonders über Spiele oder „Gratis Angebote“.

Zeige Inhalt von Geräte aktuell halten

  • Stellen Sie sicher, dass alle Geräte – Smartphones, Tablets, Laptops und Spielekonsolen – Betriebssystem und App Updates automatisch installieren.
  • Warum das wichtig ist: Updates schließen Sicherheitslücken, die von Kriminellen gezielt ausgenutzt werden.

Zeige Inhalt von Gerätezugang schützen

  • Richten Sie Displaysperren (PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung) und automatische Sperren mit Ihrem Kind ein.
  • Warum das wichtig ist: Gesperrte Geräte schützen Chats, Fotos, gespeicherte Passwörter und Zahlungs-Apps, wenn ein Gerät verloren geht oder ausgeliehen wird.

Zeige Inhalt von Konten gemeinsam absichern

  • Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, für jedes Konto ein starkes, individuelles Passwort zu verwenden. Aktivieren Sie – wo möglich – die Multi Faktor Authentifizierung (MFA).
  • Warum das wichtig ist: Wiederverwendete Passwörter ermöglichen Kriminellen den Zugriff auf mehrere Konten, auch wenn sie nur ein Passwort erbeutet haben. MFA kann diese Kontoübernahmen verhindern, selbst falls ein Passwort bekannt wird.

Zeige Inhalt von Kontowiederherstellung vorbereiten

  • Prüfen Sie, ob wichtige Konten über Wiederherstellungsoptionen verfügen (E Mail Adresse, Telefonnummer, Backup Codes), auf die Ihre Familie Zugriff hat.
  • Warum das wichtig ist: Diese Einstellungen entscheiden oft darüber, ob ein Konto schnell wiederhergestellt werden kann – oder dauerhaft verloren ist.

Wenn etwas passiert: Ein Handlungsplan für Eltern

Icon mit einem Ausrufezeichen

  • Innehalten und Ruhe bewahren
    Machen Sie klar: Nicht weiterklicken, nicht antworten und kein Geld senden. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es keine Schuld trägt und Sie die Situation gemeinsam klären.

  • Konten und Geräte absichern
    Ändern Sie Passwörter betroffener Konten – beginnend mit E Mail und Zahlungsdiensten. Aktivieren Sie MFA und melden Sie unbekannte Sitzungen oder Geräte ab.

  • Beweise sichern
    Erstellen Sie Screenshots von Nachrichten, Nutzernamen, Links und Transaktionsdetails. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Plattform.

  • Melden und Unterstützung holen
    Melden Sie den Vorfall innerhalb der jeweiligen App oder Plattform. Blockieren Sie wenn nötig fremde Accounts.
    Bei Finanz-Themen wenden Sie sich über offizielle Kanäle an Ihre Bank.
    Bei Mobbing oder Grooming nutzen Sie lokale Beratungsangebote und beziehen Sie – je nach Situation – Schule oder Behörden ein.

Typische Online Risiken erkennen

Kinder und Jugendliche müssen keine Fachbegriffe auswendig lernen. Es reicht, wiederkehrende Muster zu erkennen. Eine einfache Familienregel hilft: Wenn etwas dringend, geheim oder zu gut klingt, um wahr zu sein – innehalten und mit einer vertrauten Person sprechen.

  • Phishing – gefälschte Nachrichten mit Klick Falle

    Kriminelle geben sich in Phishing Nachrichten als bekannte Marken, Plattformen oder sogar Freunde aus, um zu Klicks, QR Codes, Logins oder zur Preisgabe von Informationen zu verleiten.

    Was Eltern tun können

    • Besprechen Sie mit Ihrem Kind: Logins und Zahlungen erfolgen nie über Links in Nachrichten.
    • Bestärken Sie die Nutzung offizieller Apps und manuelle Eingabe von Webadressen.
    • Machen Sie es jederzeit einfach für Ihr Kind, kurz etwas nachzufragen.

    Mehr erfahren: Phishing (Knowledge Base)

    Auch relevant: Quishing (QR code phishing)

  • Social Engineering – Manipulation statt Technik

    Kriminelle nutzen Emotionen wie Angst, Autorität oder Zeitdruck, um riskante Handlungen auszulösen.

    Was Eltern tun können

    • Warnsignale erklären: Druck, Geheimhaltung, Dringlichkeit, emotionale Geschichten, Forderungen nach Codes oder Geld.
    • Verifikation über einen zweiten Kanal oder eine vertraute Person fördern.

    Mehr erfahren: Social Engineering (Knowledge Base)

  • KI, Deepfakes und gefälschte Inhalte

    Künstliche Intelligenz kann realistisch wirkende Texte, Bilder, Stimmen und Videos erzeugen – und Betrug schwerer erkennbar machen.

    Was Eltern tun können

    • Verdeutlichen, dass professionell wirkende Inhalte nicht automatisch vertrauenswürdig sind.
    • Klar machen, dass Anfragen zu Geld, Passwörtern oder persönlichen Daten immer überprüft werden müssen.
    • Verinnerlichen: Dringende Nachrichten von Freunden oder Familie sollten immer durch einen Anruf oder persönlich bestätigt werden.

    Mehr erfahren: Künstliche Intelligenz und Deepfakes (Knowledge Base)

Typische digitale Räume und ihre Risiken

Kinder und Jugendliche verbringen den Großteil ihrer Zeit Online auf ausgewählten digitalen Plattformen. Wer die jeweiligen Risiken dieser digitalen Räume kennt, kann klare Erwartungen und Verhaltensregeln setzen – ohne ständige Kontrolle.

Soziale Medien und Messenger

Gaming

Streaming Plattformen

Online-Shopping

Banking und Zahlungen

Cybermobbing und Online Grooming

Nicht alle Risiken sind technisch. Manche Risiken Online gehen von anderen Menschen aus.

Cybermobbing

Umfasst Belästigung, Bloßstellung, Drohungen oder das Teilen privater Inhalte.
Fokus für Eltern: zuhören, beruhigen, Beweise sichern sowie blockieren und melden. Praktische Tipps zu Maßnahmen und Vorgehensweise finden Sie Online z.B. bei Better Internet For Kids

Online-Grooming

Dabei wird Vertrauen aufgebaut, um Kinder in unsichere Situationen zu bringen.
Fokus für Eltern: Sicherheit vor Schuldzuweisungen, Beweise sichern, Verhalten melden und bei Bedarf professionelle Unterstützung einholen.

So geht Geld Sicherheit an Schulen bringen

Die Initiative „So geht Geld“ der Deutschen Bank bietet interaktive Finanzbildungs-Workshops an Schulen an - jetzt auch mit einem Modul zum Thema digitale Sicherheit. Möchten Sie, dass unsere Experten das Thema Online Sicherheit für Kinder und Jugendliche an Ihre Schule bringen und praxisnah vermitteln? Dann nehmen Sie Kontakt mit dem „So geht Geld“ Team auf.

So geht Geld So geht Geld

Der kompakte Sicherheitsleitfaden für Ihre Familie Der kompakte Sicherheitsleitfaden für Ihre Familie

Laden Sie unseren Flyer „Online Sicherheit für Kinder und Jugendliche“ herunter: eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte – inklusive der Top 10 Tipps für digitale Sicherheit. Ideal zum Ausdrucken und Aufhängen zu Hause.

Der kompakte Sicherheitsleitfaden für Ihre Familie Download (PDF)